Dimitrios „Dimi“ Lautenschläger war als Coach bei den Nominierungswettkämpfen. Wir wollten von ihm wissen, was er davon hält.

Am Samstag, den 06. Februar 2021, fanden im Taekwondo-Bundesstützpunkt in Nürnberg die Qualifikationskämpfe für die vom 08.-11. April 2021 in Sofia/Bulgarien geplanten Europameisterschaften der Senioren statt. Es war die erste Veranstaltung in dieser Art. Wie die ersten Ausscheidungskämpfe der DTU im Rahmen eines Lehrgangs angekommen sind, und was er davon hält, möchten wir von Dimitrios Lautenschläger wissen. Quelle: Taekwondo-Aktuell 03/2021

Dimi, wie hast Du den Lehrgang wahrgenommen? Was hältst Du von dem Konzept?
DL: Der Lehrgang hatte zwei positive Aspekte, zum einen nach der langen Auszeit mal wieder eine Art Turnier zu erleben, auch wenn es nur eine Simulation war. Und zweitens eine außerordentlich angenehme Atmosphäre von der Anreise bis zur Abreise. Das Konzept war zur jetzigen Zeit der richtige Gradmesser für die Bundestrainer nach so einer langen Pause, um sich über den Stand der jeweiligen Kandidaten zu informieren und für die kommende EM ein schlagkräftiges Team zu nominieren.

Siehst Du Potential für die Zukunft?  Wo siehst Du evtl. Ansätze etwas zu ändern? 
DL: Das Format sollte auf jeden Fall beibehalten werden, um der zweiten und dritten Reihe die Möglichkeit zu geben auf sich aufmerksam zu machen. Eigentlich haben die Athleten auf der DM dieselbe Möglichkeit, aber die Leistung abzurufen, wenn alle Offiziellen und Bundestrainer dich gleichzeitig beobachten ist schon was anderes. In erster Linie soll es unseren Sportlern was bringen, die Vermarktungsgeschichte kann dann begleitend erörtert werden. In meinen Augen wären solche Vergleichskämpfe auch in den Olympischen Gewichtsklassen ein Mehrwert, somit wären zwei Veranstaltungen im Jahr eine in den normalen Gewichtsklassen und eine in den Olympischen Gewichtsklassen sicherlich durchführbar. Auch eine Gegenüberstellung der U21 gegen das Top Team der DTU könnte vielleicht mal diskutiert werden. Es sollte aber keine Turnierserie oder dergleichen entstehen da der Wettkampfkalender mit dem Sammeln wichtiger Weltranglistenpunkte eh schon eng getaktet ist und Priorität hat.

Wäre ein solches Format nicht prädestiniert für eine neue Vermarktung? Livekämpfe inkl. Kommentator, Interviews etc.? Die besten Sportler der DTU bei einem Turnier, besser kann doch keine Werbung für einen Sport und Verband machen?
DL: Wie schon erwähnt sollte das Augenmerk auf dem Athleten und den Erkenntnissen der Bundestrainer liegen, eine Deutsche Meisterschaft ist ja eigentlich nichts anderes, es sollte bei den zwei bis drei besten bleiben jeder Gewichtsklasse oder gar Deutschen Meisterschaften. Daraus dann auch noch eine Vermarktung zu generieren liegt natürlich auf der Hand und ist sicherlich ohne großen Aufwand möglich.

Das Prinzip ist leicht erklärt, der Gewinner fährt zur EM nach Bulgarien. Fährt in den Augen wirklich die Besten nach Sofia? Es gab kleine Überraschungen…
DL: In der jetzigen Phase fand ich die Entscheidung richtig da alle fast ein Jahr nicht mehr gekämpft haben, in der Zukunft sollten wieder die Mindestkriterien der zu erreichenden Credits bei internationalen Turnieren und DM gelten. Sollten zwei Athleten die Mindestkriterien erreicht haben oder gar gleich auf sein ist so eine Maßnahme natürlich ein weiterer Aspekt für die anstehende Nominierung. Sollte jemand aber klar führen mit den Credits so sollte die regelmäßige internationale Konkurrenzfähigkeit auch belohnt werden und nicht von einem Tag abhängig sein.

Man merkt das sich einiges bewegt bei der DTU. Trotz Corona. Siehst Du dafür einen Grund? Sind es die neuen handelnden Personen wie Jannis Dakos? Wie sollte es Deiner Meinung nach jetzt weiter gehen? 
DL: Im Gegensatz zur Situation vor den Wahlen lag der Focus gefühlt hauptsächlich darin Prozesse zu führen. Jannis Dakos hat schon als Leistungssportverantwortlicher in der TUNRW bewiesen worauf es hauptsächlich ankommt, einen Verband unter die TOP drei in Deutschland zu hiefen der keine Fördermittel besaß sagt alles aus. Ihm geht es hauptsächlich darum unseren Sport nach vorne zu bringen. Nicht umsonst genießt er als Sportkoordinator der Leistungssportregion NRW im Rhein-Kreis Neuss für zahlreiche Olympische Sportarten eine hohe Akzeptanz. Sein großes Plus ist die Nähe zum Athleten und den Trainern. Allgemein ist in der DTU eine Aufbruchstimmung zu mehr Gemeinsamkeiten und Unterstützung zu erkennen. Helena Fromm leistet insbesondere in den neuen Social-Media-Kanälen eine vorbildliche Pressearbeit.

Zum Schluss noch eine banale Frage. Weißt Du schon was Du nach Corona machst? Was vermisst Du in diesen Tagen am meisten? 
DL: Mit Freunden und Bekannten einfach mal wieder in einem Restaurant oder Café gesellig Zusammensein und sich an den schönen Dingen im Leben erfreuen.

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