Im Gespräch mit Holger Goldschmidt – Präsident Taekwondo Union Sachsen-Anhalt

Holger Goldschmidt Präsident TUSA und Organisator DTU Final8 – Int. Sachsen-Anhalt Cup 2020

Herr Goldschmidt, Hand aufs Herz. Gab es mal einen Moment, wo sie das geplante Turnier lieber abgesagt hätten? Wie schwierig ist es, in diesen Zeiten solch ein Event zu planen?
HG: Selbstverständlich gab es in den vergangenen Monaten seit Beginn der Pandemie immer wieder Momente, in denen es mehr als unwahrscheinlich erschien, dass eine Sportveranstaltung in diesem Format stattfinden könne. Viele Veranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben, da liegt es auf der Hand, dass auch der Internationale Sachsen-Anhalt Cup davon betroffen sein könnte. Die Entwicklung der Corona Pandemie ist auch heute noch unvorhersehbar und die Vorgaben zur Durchführung von Veranstaltungen können sich jederzeit ändern. Somit schwingt eine Unsicherheit immer weiter mit. Wir sind jedoch optimistisch, dass das Turnier am 14.11. stattfinden kann.

Wie verhalten sich die Behörden? Bekommen Sie Unterstützung oder ist es, wie man schon mal hört, der Amtsschimmel eher ein „Erschwerer“ um nicht zu sagen Verhinderer?
HG: Wir arbeiten sehr eng mit den Behörden zusammen. Unser gemeinsames Ziel ist es, ein Veranstaltungskonzept zu erstellen, dass den behördlichen Vorgaben entspricht und allen Teilnehmern und Besuchern Schutz bietet. Auch für die Stadt ist der Internationale Sachsen-Anhalt Cup von großem Interesse, so dass die Zusammenarbeit sehr kooperativ verläuft.

Was wird auf die Vereine zu kommen? Wir könnten uns vorstellen, dass die Waage ein kleines Problem darstellt, das es zu lösen gilt. Werden Zuschauer zugelassen?
HG: Die Erstellung des Hygienekonzeptes steht für uns während der Vorbereitung an erster Stelle, ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Selbstverständlich werden darin alle Vorgaben der Gesundheitsämter eingehalten werden, was hier und da unter Umständen zu Neuerungen und Verzögerungen im Wettkampfablauf führen wird. Eine besondere Herausforderung stellt die deutschlandweite Zusammensetzung der Teilnehmer dar. In allen Bundesländern herrschen aufgrund des unterschiedlichen Infektionsgeschehens abweichende Regelungen. Wie bereits erwähnt, ist die Entwicklung der Corona Pandemie unvorhersehbar, so dass sich auch die Vorgaben täglich verändern können und wir bis zuletzt mit Anpassungen rechnen müssen. Die Sporthalle „Brandberge“ ist eine große Multifunktionsanlage mit viel Platz und Möglichkeiten, die Wegeführung zu steuern und geforderte Abstände einzuhalten, so dass wir hier flexibel agieren können.

Gibt es etwas, wobei Sie die Vereine im Vorfeld unterstützen können?
HG: Wir sind bereits im Vorfeld mit den Vereinen im Austausch und informieren regelmäßig über den aktuellen Stand der Vorbereitungen. Die Vereine sollen so die Möglichkeit erhalten, sich auf die neuen Abläufe einzustellen.

Schon jetzt zeigt ein Blick auf die Teilnehmerliste, dass vor allem auch ambitionierte Sportler teilnehmen werden. Deutschlandweit hat ihr Turnier ein gutes Image. Der Internationale Sachsen-Anhalt Cup steht für gute Organisation, eine schöne Halle und Spitzensport. Worauf dürfen sich die Sportler dieses Jahr freuen? 
HG: Der Internationale Sachsen-Anhalt Cup ist seit nunmehr 28 Jahren fester Bestandteil des deutschen Taekwondo Kalenders. Es ist eines von 8 Bundesturnieren, in dem die besten Sportler der Nation um die begehrten Ranglistenpunkte kämpfen. Ich denke, die Besonderheit in diesem Jahr wird sein, dass die Wettkämpfer sehr lange auf ihren Sport verzichten mussten und viele Turniere abgesagt wurden. Viele, vor allem hochrangige, Veranstaltungen wurden abgesagt. Ich gehe also davon aus, dass alle Teilnehmer hoch motiviert sein werden und wir spannende Wettkämpfe erleben können.

Was wünschen Sie sich persönlich für das Turnier?
HG: Ich persönlich wünsche mir, dass wir trotz der besonderen Situation und ungewohntem Ablauf sportliche Wettkämpfe auf höchstem Niveau sehen können.

Wie glauben Sie, wird es weitergehen. Ein Blick auf dem Turnierkalender zeigt sehr deutlich, dass sich zurzeit nur wenige zutrauen, ein Turnier zu organisieren. Hat das Corona-Virus unserem Sport keinen gefallen getan? Fangen wir wieder von vorne an?
HG: Die ganze Welt stand wochenlang still. Meiner Meinung nach erleben wir gerade in allen Bereichen eine Ausnahmesituation und müssen auf viele Dinge verzichten. Die getroffenen Maßnahmen dienen dazu, den Pandemieverlauf einzudämmen und Lockerungen zu ermöglichen. Ich hoffe, dass weiterhin alle verordneten Maßnahmen erfolgreich sind und unser Sport nur eine kleine Unterbrechung, aber keinen Rückschritt erlebt hat.

Das letzte Wort gehört Ihnen, gibt es etwas was Sie noch mitteilen möchten?
HG: Wir hoffen, dass wir am 14. November das eingeschränkte Sportjahr 2020 noch einmal mit einem Highlight abschließen und somit ein positives Signal für unseren Sport setzen können. Alle Teilnehmer, ob Kinder oder Erwachsene, mussten in diesem Jahr auf viel verzichten, was sicherlich überall Spuren hinterlassen hat. Aus diesem Grund ist es wichtig, ihnen ein Stück Normalität zurückzugeben.

Außerdem freue ich mich persönlich, wenn viele Besucher die Stadt Halle (Saale), in der ich selbst sehr lange gelebt habe, von seinen schönsten Seiten kennenlernen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und freuen uns auf das Turnier! Taekwondo-Aktuell 10/2020

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