Im Gespräch mit Sebastian Arndt

In der heutigen Zeit besteht die Jugendarbeit eines Vereins nicht mehr nur aus der sportlichen Ausbildung des Nachwuchses. Vielmehr übernimmt der Verein auch erzieherische Aufgaben, die weit ins gesellschaftliche Leben hineinreichen. Die Entwicklung der Persönlichkeit und das Vermitteln von gesellschaftlich relevanten Werten, wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Respekt usw. nehmen einen großen Stellenwert ein.

Wer trainiert beim TSW Ihr Kind!?

Sind die Übungsleiter überhaupt qualifiziert dafür? Auch die soziale Verantwortung ist nicht zu unterschätzen. Um die Qualität beim Training zu sichern, zu verbessern und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen, sind Aus-, Weiter- und Fortbildungen für Übungsleiter ein wichtiger Bestandteil beim T.S. Wuppertal e.V.

Sebastian Arndt lebt den Sport wie nur ganz wenige. Wie alle Trainer beim TSW hat auch er eine Trainerlizenz. Seine Aura ist unglaublich, vielleicht ein Grund, warum er für die Kleinsten im Dojang zuständig ist.

Sebastian, Du trainierst den Nachwuchs beim TSW. Bei Dir beginnen die Neuen und lernen die Basis. Unglaublich, mit wie viel Enthusiasmus Du Dich der Aufgabe angenommen hast. Woher nimmst Du die Motivation, mit jedem Neuling, immer wieder von vorne anzufangen, während andere, denen Du schon etwas beigebracht hast, in die Gruppe zu den Fortgeschrittenen wechseln?
SA: Der Einstieg in den Sport ist sehr wichtig und prägend für die Kinder. In den ersten Jahren wird das Fundament gelegt, auf dem danach nur weiter aufgebaut wird. Dessen bin ich mir bewusst und kann mich deshalb mühelos motivieren, den Kindern und Anfängern die besten Grundlagen mit auf ihren weiteren Weg zu geben. Das Training stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder gerade am Anfang, und man kann quasi dabei zusehen, wie sie sich von Mal zu Mal verbessern. Das allein ist schon eine Riesenmotivation für mich.

Ab wann erkennst Du, ob ein Sportler Talent mitbringt? Hast Du die Möglichkeit, die Sportler evtl. individuell in Deiner Gruppe zu fördern?
SA: Das ist unterschiedlich. Der eine braucht etwas länger bei seiner Entwicklung, ist dafür aber später konstant. Dann gibt es andere, die Bewegungsabläufe schneller umsetzen können, aber später mehr motiviert und geleitet werden müssen. Talent muss man sich erarbeiten; deshalb würde ich eher von Willen und Ehrgeiz sprechen.
Zum Fördern der willensstarken Sportler sind andere Kurse im TSW geeignet, in denen Fortgeschrittene trainieren oder ins Wettkampftraining einsteigen. Bei mir trainieren Anfänger, die nicht meist länger als 1 1/2 (Jahre?) dabei sind. Hier gilt es den Grundstein zu legen und dabei werden alle gleich behandelt.

Hast Du ein spezielles Konzept, einen Trainingsplan für Deine Trainingsgruppe? Wie wichtig ist Kontinuität für die Kleinsten beim TSW?
SA: Einen speziellen festen Trainingsplan habe ich nicht, ein Grundgerüst natürlich schon. Es ist wichtig, flexibel zu bleiben und auch neue Übungen ins Programm zu nehmen, zu differenzieren und neue Reize zu setzen. Beweglichkeit und Koordination ist am Anfang sehr wichtig. Ich nehme aber auch durchaus schon Kraft und Konditionsübungen mit in den Trainingsablauf. Eine ganzheitliche Körperschulung ist sehr wichtig. Zur zweiten Frage: Kontinuität ist von hoher Bedeutung. Dass die Kinder regelmäßig zum Training kommen, ist das A und O. Es muss so normal sein, wie zur Schule zu gehen oder andere Pflichttermine wahrzunehmen. Schüler, die sehr unregelmäßig und sporadisch zum Training erscheinen, werden bei uns auch nicht zur Gürtelprüfung zugelassen.

TSW ist ein ambitionierter Verein. Letztes Jahr hat ein Sportler die Europameisterschaft gewonnen. Bedeutet das auch für Dein Training eine besondere Verantwortung?
SA: Verantwortung hat man so oder so. Wenn dabei eine Europameisterin, WM Teilnehmer oder Deutsche Meister hervorgehen, ist das großartig und bestätigt unser Konzept. Verantwortung im Sinne von Druck nein.

Was ist das für Dich für ein Gefühl, wenn Du die Kinder, die in Deiner Gruppe mal angefangen haben, auf einmal in einen Wettkampf begleitest?
SA: Ein super Gefühl. Hier können die Kinder das Erlernte das erste Mal umsetzen und anwenden. Es gibt den Kindern ein direktes Feedback zu ihrer Mühe und Disziplin, die sie im Training aufgebracht haben. Die meisten Kinder sind nach ihrem ersten Turnier, egal ob gewonnen oder verloren, sehr glücklich und im Training danach noch motivierter. Den Teamzusammenhalt, auch unter den ganz Kleinen, zu beobachten und mitzuerleben ist unglaublich.

Wie eingangs gesagt, Du lebst den Sport wie kaum ein anderer. Du führst nicht nur einen erfolgreichen Kampfsport-Shop, sondern bist auch ein gefragter Personaltrainer. Was begeistert dich so sehr an diesem Sport? Kannst Du Deine Leidenschaft irgendwie erklären?
SA: Die traditionellen Kampfsportarten haben mich schon immer begeistert. Dabei geht es nicht immer nur um sportliche Leistung, sondern auch um den geistigen Weg, der im Taekwondo als DO bezeichnet wird und im Namen steckt. Die richtige Bezeichnung ist daher auch eher Kampfkunst anstatt Kampfsport. Der sportliche Gedanke interessiert mich sehr, und ich verfolge auch Kickboxen, Boxen, MMA mit Begeisterung. Die Lehre und der Weg eines Kampfkünstlers geht aber auch außerhalb der Trainingseinheiten weiter. Diese Philosophie dahinter hat mich schon immer interessiert und geprägt. Der Sport gibt einem eine Menge mit auf den Weg und hilft dabei, auch in schwierigen Lebenssituationen klarzukommen und den bestmöglichen Weg zu gehen.

Auch das gibt es nur beim TSW. Die Erstausstattung für die Wettkämpfer kann bei Dir vor dem Training anprobiert und gekauft werden. Wie wichtig ist in Deinen Augen die richtige Ausrüstung. Kann man beim Kauf was falschmachen? Worauf sollte man achten?
SA: Die richtige Größe ist natürlich das Wichtigste. Es nützt nichts, wenn Eltern den Kindern alles eine Nummer größer kaufen, damit die Kinder die Schutzausrüstung lange anziehen können, da die Kinder ja schnell wachsen. Wenn die Kinder die Beine dann im Training nicht hochbekommen, weil beispielsweise die Weste zu groß ist, macht das keinen Sinn. Der finanzielle Aspekt der Eltern ist nachvollziehbar, aber ich biete allen Vereinsmitgliedern und darüber hinaus einem breiten Publikum, in meinem Budo Onlineshop www.arndtstore.de alles wirklich zu sehr fairen Preisen an.

Was ist Dir bei der Kaufberatung besonders wichtig? Hast Du viel Kontakt zu Deinen Kunden oder wird nur noch übers Internet bestellt, ohne sich mal beraten zu lassen?
SA: Die Kaufberatung findet unter verschiedenen Wegen statt. Telefonisch, per E-Mail, Whats ap oder persönlich vor Ort. Ich bin da flexibel und es wird auch gerne alles angenommen von den Kunden. Mittlerweile statte ich immer mehr Vereine aus, welche natürlich nochmal bessere Konditionen bekommen, die preislich unter denen der bekannten großen Marken liegen. Das ist natürlich für viele Vereine sehr attraktiv.
Ich mache das mit meinen Trainertätigkeiten hauptberuflich und bin somit die ganze Woche für meine Kunden erreichbar. Im Onlineshop kann man 24 Stunden, deutschlandweit versandkostenfrei bestellen.

Du bist auch sozial sehr engagiert, machst Anti-Aggressionslehrgänge in Schulen. Warum ist ausgerechnet Kampfsport bzw. Taekwondo so geeignet dafür?
SA: Den Kindern wird in der Erziehung vom Kleinkindalter an eingeprägt: Schlage nicht, trete nicht. Jede Form von Aggression wird unterbunden, was ja auch erstmal gesellschaftlich gesehen sinnvoll ist. Aggression und Gewalt gehören aber zu den menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten und sind in unseren Genen verankert, deshalb ist es kontraproduktiv, sie dauerhaft unter Zwang zu unterdrücken. Kampfsport/Kampfkunst ist eine super Möglichkeit, diese zu kanalisieren und freizulassen. Ich habe dabei schon die erstaunlichsten Dinge bei Kindern gesehen, welche Defizite in der Entwicklung hatten und schon nach ein paar Stunden Training diese ablegten.
Anti-Gewalt-Training nenne ich die Kurse offiziell nicht, aber es ist tatsächlich so, dass Kinder, die ihren Frust und Tatendrang rauslassen können, weniger aggressiv und verhaltensauffällig im Alltag sind.

Kannst Du Dich noch an Deinen Anfang erinnern? Waren die Bedingungen vergleichbar?
SA: Ich habe erst mit ca. 10 Jahren angefangen, Kung Fu zu machen. In unserer Gruppe sind die Kinder ja zum Großteil noch viel jünger. An den Bedingungen hat sich nicht viel geändert.

Gab es ein Erlebnis oder was war der Grund, dass Du Deine Leidenschaft zum Beruf gemacht hast? Was ist Dir bei der Ausübung besonders wichtig?
SA: Ich wollte mich selbst verwirklichen und das, was ich gerne mache, zu meiner Berufung. Mein Trainer und Vereinsgründer Martin Schoepe, sagte mir vor ein paar Jahren schon, dass man dazu einen langen Atem braucht, aber den habe ich zum Glück.

Was sind Deine Wünsche für die Zukunft?
SA: Dass alle um mich herum gesund bleiben, das ist das Wichtigste. Ansonsten, dass alles weiterhin in die richtige Richtung läuft, sportlich, geschäftlich und privat. Das geht ja bei mir alles miteinander einher.

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