Taekwondo: Deutsche Meisterschaft 2019 in Nürnberg mit höhen und tiefen

Am 23. & 24.03. fanden in Nürnberg die Deutsche Taekwondo Meisterschaft für die „A-Jungend & Senioren“ statt. Sportlich eine großartige Veranstaltung, allein das Finale Kubilay Yilmaz gegen Phillip Davids (-55 KG / Endergebnis 23:21) war das Eintrittsgeld wert. Chapeau! Das war beste Werbung für den Sport und hätte auch ein fight auf einer Weltmeisterschaft sein können. Aber auch andere Begegnungen haben das Prädikat absolut sehenswert verdient. Taekwondo vom feinsten bot sich den anwesenden in Nürnberg. Die Sportler waren gut gelaunt, aber trotzdem konzentriert. Aber irgendetwas war in Nürnberg anders als noch ein Jahr zuvor in Magdeburg. Dazu aber später nochmal.

Allein die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft sollte für jeden Sportler ein ganz besonderes Ereignis sein. Egal in welcher Disziplin, ein nationaler Wettbewerb mit den bundesweit besten Sportlern ist eine besondere Auszeichnung. Dementsprechend waren auch die Sportler an diesen ehrwürdigen Tag gut motiviert. Die Pooltisten waren sehr gut besetzt, nicht nur Athleten die vorab die jeweilige Landesmeisterschaft in ihren Verband gewinnen konnten gaben sich die Klinge in die Hand, auch amtierende Europameister und viele weitere Sieger und bekannte Namen von europaweiten G1- & G2-Turnieren waren als Teilnehmer gemeldet. Das Turnier hat das Prädikat „Deutsche Meisterschaft“ durchaus verdient. Der deutsche Taekwondo-Sport hat großartigen Nachwuchs.

Auch mit der Organisation hat sich der Veranstalter große Mühe gegeben, selbst an modernes Broadcasting wurde gedacht, die meisten Kämpfe wurden Live ins Internet übertragen. Ein immer beliebter werdender Service den gerade die „zu Haus gebliebene“ immer mehr zu schätzen wissen. Aber genau hier fängt das oben eingeleitete ABER auch schon an. Von einer Deutschen Meisterschaft erwarten sich die Zuschauer schon etwas mehr als „nur“ ein paar bewegte Bilder. Selbst eSports Veranstaltungen kleinster Clans werden mit mehr Liebe zu dem was sie tun, an ihre Zuschauer gesendet. Leider hatte der Veranstaltungsort augenscheinlich auch schon bessere Tage gesehen. Die Berufsbildungszentrum Vierfachhalle wird zwar zurzeit restauriert, für eine Veranstaltung war sie aber noch nicht geeignet. Auch die Parkplatzsituation war für Besucher und Anwohner nur am Limit zumutbar. Die Nürnberger-Vielfachhalle liegt mitten in einem Wohngebiet und Parkplätze waren zumindest an diesem Wochenende eher knapp bemessen. Dabei war die Halle gerademal nur zur hälfte gefüllt. Wie bei so vielen Taekwondo-Veranstaltungen fehlte es auch in Nürnberg an neutrale, spontane Zuschauer. Kein Wunder, schon lange fehlt es den Organisatoren von Taekwondo-Turnieren an Mut für Neues. Die Turniere gleichen sich, wie ein Ei dem anderen. Es fehlt einfach an modernen Innovationen und Ideen.

Ist es nicht eine traurige Entwicklung das am Ende nicht nur der Sieger zählt!?

Dabei haben sich alle Sportler ein großes Forum für sich und ihren Sport verdient. Egal von welchem Verband, die Nachricht an diesem Wochenende war eindeutig: Der Sport gehört den Sportler – nicht den Funktionären. Der neu gegründete Taekwondo-Union NRW e.V. durfte sich am Ende der Wettkämpfe über einen verdienten, großartigen zweiten Platz in der Verbandsebene freuen. Wirkte aber mit ihren eher plakativ wirkenden TUNRW-Shirts fast wie Provokateure auf einer Veranstaltung wo es ausschließlich nur um die Sportler gehen sollte. Flagge hat der junge Verband dabei gezeigt, ihre Sportler zeigten in Nürnberg eine riesen Leistung! Manchmal ist ein stiller Sieg mehr Wert als eine laute Klage. Denn das was man in Nürnberg sehen konnte, war Taekwondo vom feinsten und viele, junge Talente die ihren Sport mit Leidenschaft und Hingebung ausleben. Nur gemeinsam erreicht man übergeordnete Ziele. Deswegen gebt den Sport jenen zurück, denen er gehört. Taekwondo Aktuell 05/2019

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